„Warum sollte ich nicht mitmachen? Du glaubst mir nicht. Wann hast du mir überhaupt mal geglaubt?! Nicht zehn Minuten, sondern eine halbe Stunde werde ich es aushalten, und es wird dich nichts kosten. Ich werde es umsonst tun.“
Heldenhaft erhob sich Vladi aus dem Stuhl, in seiner Entschlossenheit schimmerte etwas Seemännisches. DJ Alex bemerkte es mit Verspätung, denn er hatte derweil auf zwei Miniaturausgaben von Marilyn Monroe gestarrt, die ihre Hüften am entfernteren Rand der Tanzfläche schwangen.
„Ist es das wert? Du kannst es tun, davon bin ich überzeugt! Lass es, bleib lieber hier!“
„Es ist das wert, natürlich ist es das wert!“
Sein Freund näherte sich seinem Ohr:
„Wenn du bleibst, dann mache ich dich mit zwei tollen Miezen bekannt.“
Vladi blieb nicht in seiner Schuld, hob die Hand vor seinen Mund und beugte sich zu ihm:
„Das hindert mich nicht daran, trotzdem rauszugehen. Du kannst uns dann immer noch bekannt machen.“ Und dann verkündete er öffentlich: „Ich gehe.“
Die drei Frauen, mit Ausnahme seiner eigenen, versuchten ihn zurückzuhalten. „Das ist doch dumm!“, sagte Alex’ Frau. Die größere Freundin lockte ihn scherzhaft umschmeichelnd an, doch er schob sie aus seinem Weg.
„Es soll keine Verteidigung von Prinzipien sein?“, meldete sich schließlich auch die Schweigsame.
„Nein“, antwortete DJ Alex an seiner Stelle. „Warte!“ Erst streifte er seinen Pullover über den Kopf, dann knöpfte er sein Hemd auf und zog sein T-Shirt aus, bis auch er mit freiem Oberkörper dastand. „Ich komme mit dir.“
Vladi umarmte seinen Freund an den Schultern, küsste ihn auf den Scheitel, und so gingen sie durch die Tür. Der Himmel war glasig vor Kälte, die Sterne blinzelten, sie schienen größer als vorher, und die Tannenwipfel beugten sich herab, als würden sie Schutz vor dem Wind suchen. Sie waren nicht einmal fünfzehn Schritte gegangen, schon plusterten sie sich auf. Vladi schien das nicht zu bemerken. Er breitete die Arme aus, holte tief Luft, atmete geräuschvoll aus und atmete wieder tief ein.
„Es ist großartig. Was für eine Luft, kristallklar, was für ein Himmel…“
„Spiel nicht den Ikarus“, sagte DJ Alex, weil er seine Haut spürte, runzelig vor Kälte.
„Aber nein, ich fühle mich wohl, verstehst du? Ich will leben“, gestand der Buchhalter ganz leise, als würde er an seiner Aussage zweifeln, und brüllte dann: „Ich will lebe-e-en! Schrei auch du es hinaus. Dann wird es dir noch besser gehen.“
„Wahrscheinlich wird es das“, stimmte sein Freund vermeintlich zu, um das Zittern seiner Hände zu verbergen.
„Wenn meine Frau den Raum betritt, dann ist es so, als würde sie die Atmosphäre mit negativer Elektrizität aufladen, und ich bekomme sofort Kopfschmerzen. Vielleicht ist es Einbildung, aber so wirkt sie auf mich. Ich muss mich befreien, weil es unheilvoll ist. Bisher war ich immer ihrer Meinung. Jetzt nicht mehr! Jetzt bin ich der rebellier
The PlovdivLit site is a creative product of "Plovdiv LIK" foundation and it`s object of copyright.
Use of hyperlinks to the site, editions, sections and specific texts in PlovdivLit is free.